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Gesund leben mit Säften aus dem Entsafter

26 Mai 2016 in Gesundheit

Der Sommer kommt mit riesen Schritten, von Tag zu Tag wird es wärmer und auch wir vom espresso-blogger sehen uns endlich nach Freibad-Wetter. Und je heißer es wird, desto weniger Lust haben wir auf frisch gebrühten Kaffee. Er wird zwar auch bei warmen Temperaturen bei uns bevorzugt als gekühlte Erfrischung getrunken, allerdings nicht mehr ganz so häufig, seit wir frisch gepressten Saft aus dem Entsafter für uns entdeckt haben.

Der ist gesund, hilft dabei, ein oder zwei von den täglich empfohlenen 5 Portionen Obst und Gemüse zu uns zu nehmen und macht außerdem richtig fit.

Gesundheit liegt voll im Trend, und selbst hergestellter Saft sowieso. Wer heute noch zu industriell hergestelltem Saft aus dem Tetrapack oder – wenn der Geldbeutel es erlaubt – von der Frischtheke greift, ist selbst schuld. Zum einen hat man keinen blassen Schimmer, was genau jetzt im Saft enthalten ist, die Frucht kannte man auch nicht beim Namen und sowieso – Plastik und Co. Sind nicht umweltfreundlich. Selbst Entsaften entspricht also zu 100% dem Zeitgeist!

Unser Team hat daher für euch ein paar Entsafter unter die Lupe genommen. In diesem Artikel möchten wir euch zunächst die vielen verschiedenen Möglichkeiten des Ensaftens vorstellen und welche sich davon für den Hausgebrauch, für Kinder, für Singles, für Großfamilien, usw. eignen.

Im Großen und Ganzen wird zwischen:

1. Zentrifugal – Entsafter und

2. Saftpressen

3. Dampf – Entsafter

unterschieden.

1. Zentrifugal- Entsafter

Das Pressgut (Obst und/ oder Gemüse) werden mit Hilfe einer Reibescheibe, die sich mit hoher Geschwindigkeit dreht, zerkleinert. Das zerkleinerte Pressgut wird gegen ein Sieb geschleudert und durch die Zentrifugalkraft herausgepresst. Der Trester sammelt sich im Sieb und muss von Hand geleert werden.

Je länger der Trester geschleudert wird, desto höher ist die Saftausbeute. Neuere Modell haben ein konisches Sieb und können den Trester selbstständig entleeren. Nachteil dieser automatischen Entleerung ist allerdings die geringere Saftausbeute.

Zentrifugal – Entsafter werden zumeist in der Gastronomie eingesetzt, da sie sehr schnell entsaften können.

2. Saftpressen

Acopino Delicato Whole Slow Juicer mit Schneckenpresstechnik gesund Entsafter

Der Name sagt es schon: die Saftpressen trennen per Druck den Saft vom Trester. Dabei unterscheidet man zwischen Zitruspressen speziell für Zitrusfrüchte und Saftpressen mit Schneckenpresstechnik.

2.1. Zitruspressen

Zitruspressen sind die einfachste Art der Saftpressen. Sie besitzen einen nach oben spitz zulaufenden balligen Kegel mit scharfen Kanten. Das Pressgut wird halbiert und mit der Schnittfläche per Hand auf dem Kegel ausgequetscht.

2.2 Saftpressen mit Schneckenpresstechnik

Die zentrale Schnecke bricht mit einer langsamen Drehbewegung Stück für Stück vom Pressgut ab und zieht es nach unten, wo es durch die Drehbewegung ausgepresst wird. Ein Sieb trennt Saft und Trester, wobei der Trester automatisch ausgeworfen wird. Die Qualität des Saftes ist besonders hoch, da durch die geringe Drehzahl der Schnecke kaum Sauerstoff, der zu Vitaminverlust führen kann, an den Saft gelangt.

3. Dampf – Entsafter

Dampf – Entsafter sind besonders für große Mengen an Obst und Gemüse geeignet, die zudem noch lange haltbar gemacht werden sollen. Der unterste Behälter des Entsafters wird mit Wasser gefüllt und auf dem Herd zum Kochen gebracht. Der heiße Dampf steigt im Entsafter nach oben und bringt die Früchte im Fruchtkorb zum platzen. Der Saft fließt heraus und wird im Auffangbehälter gesammelt. Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, kann der Auffangbehälter geöffnet werden und der Saft fließt ab.

Nachdem wir die drei generellen Arten der Entsaftung betrachtet haben, können wir auch Aussagen über die Qualität des gewonnenen Saftes treffen.

1. Sauerstoff bedeutet Vitaminverlust. Je weniger Sauerstoff an Obst und Saft kommt, desto gesünder ist der gewonnene Saft. Zentrifugal – Entsafter arbeiten mit der Drehbewegung, bringen also relativ viel Sauerstoff in den Saft ein.

2. Die während der Saftgewinnung entstehende Hitze ist ebenso verantwortlich für den Verlust an Vitaminen und Näherstoffen. Dampf – Entsafter machen den saft zwar haltbar, führen aber auch extrem viel Hitze zu, was zu einem enorm hohen Verlust von Vitaminen und Nährstoffen führt. Saftpressen entsaften durch langsame Drehbewegung, das Pressgut wird so gut wie nicht erhitzt und durch den geschlossenen Entsafterbehälter dringt wenig Sauerstoff an das Pressgut.

Saftpressen arbeiten zwar langsam, aber sie gehen am schonensten mit dem Pressgut um und erhalten besonders viele Vitamine und Nährstoffe. Der Acopino Delicato ist ein solch schonender Pressschnecken – Entsafter.

Welcher Entsafter eignet sich für wen?

Wie bereits anfangs erwähnt, eignen sich Zentrifugalentsafter für den Gastronomie, da sie in besonders kurzer Zeit eine hohe Menge an Saft erzeugen. Damit eignen sie sich für all diejenigen, die besonders viele Personen in sehr kurzer Zeit mit viel Saft versorgen wollen, also auch für Familien mit vielen Kindern, Gastronomiebetriebe und natürlich Saftbars.

Saftpressen arbeiten zwar langsamer, können aber mit einer besonders hohen Ausbeute an Saft punkten und erhalten eine hohe Menge an Vitaminen und Nährstoffen. Sie ziehen damit selbstverständlich das Interesse von Familien mit Kindern oder gesundheitsbewussten Menschen auf sich. Jeder, der also ein wenig mehr Zeit für seinen frisch gepressten Saft hat, sollte zur manuellen Saftpresse greifen.

Wer nur kleine Mengen an frisch gepressten Saft benötigt, für den eignen sich die klassischen Zitruspressen, beispielsweise für etwas Zitronensaft für den Kuchen oder die Heiße Zitrone während der Erkältungszeit. Alle benötigten Saftmengen, die darüber hinaus gehen, sind ungeeignet für die Zitruspresse.

Soll der Saft während der Erntezeit fürs ganze Jahr haltbar gemacht werden und lagerfähig sein, für den eignen sich wie zu Großmutters Zeiten die Dampf – Entsafter. Sie bewerkstelligen ohne viel Aufwand große Mengen an Obst und machen den Saft gleichzeitig haltbar. Allerdings sollte man dann auch über geeignete Langermöglichkeiten wie einen Keller verfügen. Denn Lichteinwirkungen und Hitze schaden auch diesem Saft und verkürzen erheblich die Haltbarkeit.

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Kaffeekonsum 2015

27 April 2016 in Faktenwissen

Trend hält an: 2015 steigt der Kaffeekonsum von Kapseln um 16 Prozent

Kaffeekonusm 2015Wir Deutschen lieben unseren Kaffee – und greifen immer öfter zu Kapselkaffee. Aber auch der beliebte Filterkaffee bleibt ungeschlagen mit einem Marktanteil von rund 64%.

Kaffeekonsum wächst um 1,1%

Der Deutsche Kaffeeverband hat im April 2016 die Zahlen für das vergangene Jahr 2015 herausgegeben. Kaffee ist und bleibt das beliebteste Heißgetrank der Deutschen. Der gesamte Kaffeemarkt konnte ein Wachstum von 1,1% verzeichnen. Die Deutschen trinken pro Jahr etwa 162 L pro Kopf.

Kaffeekonsum bei Kaffeekapseln

Deutlich ist dabei ein Anstieg des Konsums von Kapselkaffee um 16 Prozent. Der Trend geht hierbei zu einer „portionsgerechten Zubereitung“, so Holger Preibisch, Haupgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes. Er erläutert weiterhin als Grund für den besonders deutlichen Anstieg eine Zunahme der Anzahl an kleineren Haushalten sowie der Wunsch der Verbraucher, Lebensmittel unkompliziert in passenden Portionsgrößen zu konsumieren.

Kaffeekonsum bei Filterkaffee

Der klassische Filterkaffee bleibt aber dennoch das stärkste Segment. Zwar ist das Segment im Gegensatz zum Vorjahr um 3% auf 64 Prozentt geschrumpft, ist damit aber dennoch die größte Gruppe. Verbraucher greifen für die Herstellung von Filterkaffee immer häufiger zu ganzen Bohnen, die dann vor Ort frisch gemahlen werden. Dazu zählt auch die Verwendung in Kaffeevollautomaten und Siebträgermaschinen.

Kaffeekonsum bei zertifiziert nachhaltigem Kaffee

Nachhaltiger Kaffee wird ebenfalls immer populärer, der Marktanteil steigt auf rund 10%. Etwa jede 10. Tasse stammt aus zertifiziert nachhaltigem Anbau, so der Deutsche Kaffeeverband.

(Quelle: Deutscher Kaffeeverband e.V.)

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Espressomaschinen ohne Manometer?

16 Oktober 2015 in Espresso & Espressomaschinen

Lelit PL41 E - Espressomaschine ohne Manometer

Lelit PL41E – Classic Style ohne Manometer

Der Markt für Espressomaschinen ist seit einigen Jahren doch recht umfangreich geworden. Es gibt sie mittlerweile in jeder nur erdenklichen Ausführung. Von edlen Handhebelmaschinen bis hin zu günstigen Siebträger-Espressomaschinen, die vollkommen ohne technischen Schnickschnack wie Manometer oder irgendeine andere Art der Brühdruckkontrolle verfügen.

Der Vorteil dieser schmal ausgestatteten Espressomaschinen liegt deutlich auf der Hand: Sie liegen im unteren Preissegment, sind aber dennoch so gut ausgestattet, dass ein hervorangender Espresso möglich ist. Neben Messingboiler, der für die Temperaturstabilität ausschlaggebend ist, besitzen einige günstige Espressomaschinen ohne Manometer auch hochwertige Kupferrohre, externe Milchaufschäumer und Tassenwarmhalteflächen.

Der Anfänger sollte sich aber nicht vom Preis reizen lassen und nur deshalb zu einer günstigen Espressomaschine greifen, denn günstig ist nicht immer die richtige Wahl. Und „viel falsch machen“ kann man mit einer Espressomaschine ohne Manometer auch. Denn einen richtig guten Espresso zu kreieren ist eine vielschichtige Wissenschaft, es gibt viel zu beachten und man kann noch mehr falsch machen.

Zwar sorgt die Maschine und der Boiler aus Messing – wie bei der Lelit PL41E – selbst für eine einigermaßen gute Brühtemperatur im Kessel, aber das ist auch schon das Einzige. Denn nicht nur auf den Kesseldruck kommt es an, zu fast 99% liegt die Ursache beim Misslingen eines guten Espressos im Mahlgrad des Kaffeemehls. Neben der eigentlichen Espressomaschine, spielt die Mühle eine gleichwichtige – wenn nicht sogar DIE Rolle – bei der Herstellung eines guten Espressos.

Eine gute Kaffeemühle

Bei einer guten Kaffeemühle kann der Mahlgrad vom Bediener selbst festgelegt werden und mittels Rädchen justiert werden. Da die Espressomaschine selbst nichts vorgibt, liegt hier des Pudels Kern. Je feiner der Mahlgrad justiert werden kann, desto feiner das Kaffeemehl und desto besser kann das heiße Brühwasser durch die gemahlenen Kaffeebohnen „rinnen“ und den Espresso extrahieren.

So einfach dies auf den ersten Blick klingt, umso schwieriger ist es in der Realität, den perfekten Mahlgrad für sich zu finden. Es ist schon nötig, ein wenig mit den Einstellungen der teuren Mühle herumzuexperimentieren. Wohl kaum jemandem wird auf Anhieb der perfekte Espresso mit einer dicken Crema und einem köstlichen Aroma gelingen. In der Regel können bis zu 10 oder mehr Espressi nötig sein.

Hochwertige Kaffeebohnen vs. günstige Kaffeebohnen

Die Kaffeesorte steht ebenfalls im Mittelpunkt, was nützt die hochwertigste Mühle und die beste Espressomaschine, wenn an den Kaffeebohnen gespart wird und man zu Billig-Bohnen aus dem Supermarkt-Regal greift. Im Onlinehandel gibt es bei verschiedenen Anbietern eine Reihe von Probierpaketen, die – in 500g Packungen – aus verschiedensten Anbauregionen der Welt kleine Proben zusammengetragen haben. Dort findet man mit Sicherheit die Sorte, die einem wirklich schmeckt. Konstengünstig sind Espressobohnen auch im Supermarkt nicht, man sollte also gleich zu den richtigen Bohnen greifen, deren Herstellungsprozess mit einer Trommelröstung und einer besonders schonenen Verarbeitung beginnt. So kann man dann auch bei der Fehlersuche, warum der Espresso nicht gelingen will, die Bohnen schonmal ausschließen.

Die Wichtigkeit des Tampern

s-pressimo-tamper-nobile-wumu-58-mmEin weiterer wichtiger Punkt bei der Espresso-Herstellung ist das Tampern, das Andrücken des im Siebträger befindlichen Kaffeemehls mit einem Tamper, ein Stempel, der genau in den Siebträger passt. Das Andrücken wird unterschiedlich stark ausgeführt, sei es nun von ein und dem selben Benutzer oder von unterschiedlichen Benutzer. Aber in erster Linie sollte des Tampern lediglich ein sanftes „glattmachen“ des Kaffeemehles sein.

Die Brühtemperatur

coffee-802057_1920Espresso sollte bei einer Temperatur von 90-95° gebrüht werden. Diese Temperatur weißt das Brühwasser im Messingboiler auch meistens auf, allerdings verliert das Wasser zunehmend an Temperatur, sobald es den Boiler verlässt. Deshalb sind Kuperrohre, die besonders gut Wärme leiten, so enorm wichtig. Auch spielt die Zeit eine maßgebliche Rolle. Je länger das Wasser unterwegs ist, desto mehr Temperatur verliert es und bis es schließlich im Siebträger ankommt, sollte der Verlust nicht zu hoch sein. Kupferrohre und Messingboiler sorgen dafür, dass das Brühwasser eine hohe Temperatur behält.

Das Manometer

Bei einer technisch gut ausgestatteten Espressomaschine zeigt das Manometer den Brühdruck an, also genau den Druck, mit dem des Wasser durch die gemahlenen Kaffeebohnen gedrückt wird. Der optimale Druck liegt bei 9bar, so erstmal der Richtwert. Ob dem Kaffeetrinker der 9bar Espresso mit den Werkseinstellungen schmeckt und ob dieser Espresso die richtige Menge an Crema aufweißt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit

Schlussendlich landet der Espresso in der Espressotasse. Es darf aber nicht irgendeine x-beliebige kleine Tasse sein, nein, es muss sich um eine dickwandige, vorgewärmte, aus gut wärmeleitendem Material bestehende Tasse sein, sogenannte Espressotassen gibt es aus Porzellan oder Edelstahl.

Fassen wir kurz zusammen, auf was es bei der Espressoherstellung nun wirklich ankommt:

  • Die Mühle bildet neben der Siebträgerespressomaschine des Herzstück, der Mahlgrad muss stufenlos anpassbar sein, um auch die kleinste Veränderung im Mahlgrad herstellen zu können.
  • Die verwendeten Espressobohnen müssen hochwertig sein und sollten aus einer Trommelröstung stammen.
  • Die Espressomaschine sollte einen Messingboiler für Temperaturstabilität und natürlich Kupferrohre besitzen.
  • Das Manometer zeigt den Brühdruck, dieser lässt sich durch Veränderung des Mahlgrades der Kaffeebohnen stark beeinflussen.

Es gibt also allerhand zu beachten und Espresso herstellen ist mit Garantie nichts für Anfänger. Aber letztlich zeigt das Manometer nur den Brühdruck an, der durch Veränderung am Mahlgrad beeinflusst werden kann. Und das Ergebnis der Veränderung sieht man ja in der Espressotasse und merkt man am Geschmack.

Selbst Anfänger konnten mit Beachtung dieser Hinweise mit einer Espressomaschine ohne Manometer umgehen, dient das Manometer selbst ja nur als Orientierung. Aber es wird sehr schwer für den Anfänger, an den vielen Einstellungen der Mühle, des Kaffeemehles, des Tamperns herumzuexperimentieren, ohne wenigstens ein paar kleine Hilfen – wie das Manometer zu haben.

Der Profi kann getrost auf ein Manometer verzichten, kennt er sich ja doch mit den vielen Feinheiten der Espressoherstellung aus.

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Kaffee aus Deutschland

28 September 2015 in Andere Kaffeespezialitäten

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(Quelle: www.pixabay.com/de/kaffee-latte-espresso-cappuccino-932103/)

In unserem letzten Artikel haben wir uns mit den Deutschen auf Italien-Reise begeben und einen kurzen Exkurs zur italienischen Lebensart des Espressotrinkens eingefügt.

Heute möchten wir euch den kaffee aus vielen verschiedenen – rein deutschen – Blickwinkeln betrachten. Ob Thüringen oder Schwaben, Franken oder Norddeutschland, beinahe jede Region unseres Landes hat ihren eigenen „Haus“-Kaffee.

Zunächst wollen wir uns aber allgemein Deutschland und seinen besonderen Kaffees widmen.

Milchkaffee

Dieser Kaffee erfreut sich einer besonders großen Beliebtheit und man kann ihn deutschlandweit genießen ohne sich weiter erklären zu müssen. In aller Regel erhält man einen Milchkaffee im Mischungsverhältnis 1:1, halb Kaffee, halb heiße Milch, ohne Schaum. Beim Kaffee kommt es dann aber zu maßgeblichen regionalen Unterschieden. Im Norden Deutschlands erhält man seinen Milchkaffee mit Filterkaffee, je südlicher man kommt, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Kaffee aus einer Siebträger-Espressomaschine stammt. Vielleicht liegt es an der Nähe zu Italien – dem Heimatland des Espresso?

Mokka oder auch Türkischer Kaffee

(Quelle: https://pixabay.com/de/kaffee-t%C3%BCrkisch-vakuum-poso-363941/)

(Quelle: https://pixabay.com/de/kaffee-t%C3%BCrkisch-vakuum-poso-363941/)

Ursprünglich aus Äthopien stammend, hat dieser Kaffee seinen Einzug in Deutschland vermutlich auch wegen der Einfachheit der Zubereitung gehalten. Man fülle einfach 2-3 Teelöffel gemahlene Kaffeebohnen in eine Kanne, gieße sie mit Heißwasser auf und stelle diese spezielle Mokka-Kanne ins Glutbett des Lagerfeueres oder auf eine heiße Herdplatte oder auf den Kohleofen oder auf den Kachelofen oder… oder … oder…

Die Möglichkeiten sind unerschöpflich und gerade deshalb auch so beliebt. Man benötigt keine teure Maschine, keinen speziellen Kaffee, nur eine Kann aus feuerfestem Material, Kaffee rein, Wasser rein, warten, fertig.

Allerdings gilt es, beim Aufgießen des Mokka vorsichtig zu sein, denn man möchte ja nicht, dass bei schwungvollem Einguss der gesamte Satz in der eigenen Tasse landet. Also vorsicht!

Üblicherweise wird der Mokka sehr süß getrunken.

Eiskaffee

Wir kennen und lieben ihn als kühles Erfrischungsgetränk im Sommer, mit einer Kugel Vanilleeis, einer Haube aus frischer Sahne und in hohen Gläsern kommt das richtige Urlaubsfeeling auf. Eiskaffee gibt es überall in Deutschland, allerdings könnte man sich im Winter mitunter befremdliche Blicke einhandeln, denn der Eiskaffee – oder für die Kinder eine Eisschokolade – ist ein typisches Sommergetränk.

Pharisäer

Ein typisch norddeutsches Kaffeegetränk, bestehend aus mindestens 4cl braunem Rum, starkem und gesüßtem Kaffee sowie einer Haube aus aufgeschlagener Sahne, die verhindern soll, dass der Alkohol verdunstet und gerochen wird. Der Pharisäer wird nicht gerührt, sondern durch die Sahne getrunken. Bei Nichtbeachten droht Strafe – eine Lokalrunde!

Schwatten

Eine weitere norddeutsche Spezialität ist der Schwaten oder Schwatten. Dabei handelt es sich um einen schwachen Filterkaffee, der mit 2cl Korn und Zucker verfeinert wird.

Holzländer Rumkaffee

Die Thüringer – genauer gesagt die Region um Hermsdorf – hat ihr eigenes nationales Heißgetränk, das wie der Pharisäer mit Rum zubereitet wird.

Zunächst wird ein ganz normaler Filterkaffee zubereitet, der nach Fertigstellung mit Zucker und lediglich 2cl braunem Rum verfeinert wird.

Rüdesheimer Kaffee

Der Name lässt die Herkunftsregion schon erahnen: In Rüdesheim am Rhein entstand diese köstliche Kaffeespezialität, die sogar in einer eigens dafür entworfenen Tasse serviert wird.

In der Rüdesheimer Kaffeetasse wird Asbach Uralt mit Würfezucker gemischt, erwärmt und flambiert. Anschließend wird dieses Gebräu mit starkem Kaffee aufgegossen und mit einem Häubchen aus Schlagsahne und Vanillezucker serviert. Dekoriert wird diese Köstlichkeit noch mit Schokoladenstreuseln.

Muckefuck

Eigentlich handelt es sich beim Muckefuck nicht wirklich um Kaffee, sondern um ein kaffeeähnliches Getränk aus verschiedenen Getreidesorten und Zichorien, die wie Kaffeebohnen behandelt werden. Nach der Reinigung werden die Getreidesorten getrocknet, anschließend geröstet und gemahlen.

Charakteristisch war der Muckefuck für die Region der ehemaligen DDR.

Blümchenkaffee

Dabei handelt es sich eher um eine scherzhafte Bezeichnung im obersächsischen Gebiet für Kaffee, der so dünn aufgebrüht wurde, dass die Blümchen am Grund der Tasse zu erkennen sind.

Holländischer Kaffee

Man könnte meinen, dieser Kaffee mit Eierlikör, einer Schlagsahnehaube und Schokoladenstreuseln entstamme unserem Nachbarland und trüge daher seinen Namen. Doch der Holländische Kaffee hat seinen Ursprung im Rheinland.

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Espresso und Cappuccino – Typisch italienisch!

11 September 2015 in Typisch italienisch

Espresso trinken hat in Italien eine lange Tradition. Sei es Cappuccino oder Espresso, wir Deutschen haben fast alle unsere geliebten Kaffeegetränke aus Italien übernommen. Neben Cappuccino ist der Latte Macchiato das meistbestellte koffeinhaltige Heißgetränk in den Gaststätten, Bistros und Bars hierzulande.

Da wir Deutschen so viel aus dem „Mutterland“ des Espressos übernommen haben, lohnt es sich, einen kleinen Exkurs zur italienischen Kaffeetraditon einzuflechten.

Während wir Deutschen am liebsten morgens und nachmittags einen Kaffee zu uns nehmen und dabei keinerlei Unterschied zwischen „mit Milch“ und „mit ohne Milch“ machen, sieht das der Italiener ganz anders. Wer nachmittags in Italien einen Cappuccino bestellt, hat sich sofort als Tourist geoutet. Denn den Cappuccino genießen die Italiener ausschließlich zum Frühstück. Ab der Mittagszeit trinken sie nur noch Espresso.

Warum ist das wohl so? Es liegt ganz simpel an der Zusammensetzung. Der Cappuccino besteht zu großen Teilen aus aufgeschäumter Milch, die wie halbgeschlagene Sahne in die Tasse tropft. Dieser feinporige Milchschaum wird mit einem ordentlich starken Espresso gekrönt. Er fließt direkt nach unten in die Tasse und der Milchschaum „erhebt“ sich. Fertig ist der leckere Cappuccino. Italiener mögen ihn am liebsten mit einem leichten Hörnchen, kalter Pizza oder kalter Foccacia (gebackener Hefeteig mit Olivenöl und Kräutern) als kleines und schnelles Frühstück. Dabei füllt die Milch im Cappuccino den Magen schon so sehr, dass er selbst als Frühstück pur durchgehen würde. Cappuccino nach einen reichhaltigen Mittagessen füllt den Magen nur noch mehr, der Espresso hingegen soll die Verdauung ankurbeln und so das berüchtigte Nachmittagstief überwinden.

Der Espresso ist eher für die Pause gedacht und wird nach nahezu jeder Mahlzeit runtergekippt. Der klassische Italiener trinkt ihn dauernd und überall und nimmt sich keinerlei Zeit, einfach Zucker rein und runter und weiter im Tagesgeschäft. Die durchschnittliche Dauer einer Espressopause beträgt nie mehr als 30 Sekunden. Während Kaffeetrinken in Deutschland immer mit Kuchen und einem Pläuschchen verbunden ist, nutzen die Italiener den Espresso als Muntermacher. Serviert wird der Espresso meist mit einem Gläschen Wasser, zum nachspülen sozusagen.

Espresso für Deutsche auf Italienreise

Hier ist Vorsicht geboten! Wenn Sie in Italien einen Cappuccino nach dem Mittagessen bestellen, werden Sie mit Sicherheit komisch angeschaut, erhalten aber trotzdem das Gewünschte, vielleicht mit einem Vortrag über die gesundheitsschädigende Wirkung nach dem Mittagessen, denn in manchen Gegenden Italiens gilt ein Cappuccino nach Mittag als ungesund.

Wollen Sie sich landeskonform verhalten, bestellen Sie einfach „Caffee!“ und Sie erhalten einen Espresso.

Nicht ganz so beliebt ist der Latte Macchiato in Italien und wird auch dementsprechend lieblos hergestellt: Man nehme einfach einen Espresso und gieße ihn in ein Glas und fülle das Glas mit heißer Milch auf. Damit wird der Espresso zum Kinderkaffee deklariert, zwar ist er so leichter bekömmlich und weniger stark. Aber damit ist der Latte Macchiato nichts für echte Italiener.

Die typische dreischichtige Darstellung des Latte Macchiato ist eher charakteristisch für uns Deutsche, südlich der Alpen ähnelt der Latte Macchiato eher einem Milchkaffee und wird mit Strohalm serviert, oder noch schlimmer: mit Eislöffel.

Wer sich also in Italien nicht blamieren möchte, bestellt „Caffee!“, weiß, dass er damit nur einen Espresso bekommt und genießt diesen mit viel Zucker und natürlich OHNE umzurühren! Der Zucker darf in der Tasse verbleiben.