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Coffee to Go im Pappbecher – fatale Umweltsünde!

9 Februar 2017 in Faktenwissen, Umwelt

Coffee to Go im Pappbecher

Coffee to Go im Pappbecher

Noch vor ein paar Jahren galten Menschen, die umweltbewusst leben wollten, als Sonderlinge und wurden im besten Fall nur milde belächelt. Zu Zeiten des Ozonlochs hielten wir Umweltverschmutzung noch für ein Problem der Autoindustrie und des übermäßigen Abgasaustoßes unserer Kraftfahrzeuge. Doch während die Reduzierung der Schadstoffe immer mehr in den Köpfen der Menschen verankert ist und fast schon zum Dogma erklärt wurde, leben wir dennoch in einer Gesellschaft, die immer mehr Plastikmüll produziert. Neben unserem Tütenproblem avancierte in den letzten Jahren ein liebgewonnener – vor allem morgendlicher – Begleiter zum Müllverursacher in deutschen Innenstädten Nr. 1. Der Pappbecher mit köstlichen Kaffee von der Bäckerei auf dem Weg zur Arbeit oder aus dem Coffeeshop im amerikanischen Stil. Das Bild des überquellenden Mülleimers gehört fast schon zum Stadtbild. Laut Verbraucherzentrale NRW hat der Einweg-Kaffeebecher sogar die Plastiktüte als Abfallverursacher Nr. 1 überholt!
Liegt auf der Hand, wenn man bedenkt, dass des Deutschen liebstes Getränk mit 165 Litern pro Kopf jährlich zuschlägt. Von diesen 165 Litern Kaffee werden knapp die Hälfte unterwegs – quasi „to go“ – getrunken, im Pappbecher. Nach Genuss wird dieser praktische Unterwegs-Becher einfach entsorgt, perfekt und optimal für den Weg. Aber die Umwelt leidet unter der immensen Flut immer neuer Genuss-Becher. Sie werden weder recycelt noch wiederverwendet.

Papier wird recycelt, aber der Pappbecher, der ja eigentlich nach Pappe klingt, ist überhaupt nicht aus Pappe. Dann wäre das Recycling deutlich einfacher und der Kaffee würde entweder nach Pappe schmecken oder auslaufen. Das will keiner, als hat man clevererweise den Becher innen mit Plastik beschichtet und damit man überhaupt daraus trinken kann und nicht nach wenigen Schlucken den Rand mit trinkt, einen hübsch praktischen Plastikdeckel oben drauf gepackt. Damit wurde der angebliche Pappbecher zum Dauerbrenner in deutschen Innenstädten. Und zum Müllmonster.

Lösungsvorschläge, die ohne Pappbecher auskommen!

Seitdem dies bekannt ist, wird versucht, dem Müllberg in einigen deutschen Städten zu Leibe zu rücken. Es gibt verschiedene Modelle, die seit einiger Zeit getestet werden.

1. Der eigene Becher

Warum sollte man ein so hochwertiges Getränk wie frisch gebrühten Kaffee aus edlen Kaffeebohnen, die zudem noch einem langwierigen Röstverfahren unterzogen werden, in einen Pappbecher kippen, der dann den Geschmack möglicherweise ruiniert? Man könnte selbstverständlich auch den eigenen Thermobecher mitbringen und das edle Getränk vom Personal direkt einfüllen lassen. Funktioniert und wird auch in einigen Städten praktiziert. Manche Shops locken den Kunden mit dem eigenen Thermobecher sogar mit Preisnachlass!

2. Mehrwegbecher

Warum nicht? Wir Deutschen lieben das Sammeln und Abgeben. In Freiburg gibt es seit November 2016 den „Freiburg-Cup“. Gegen ein Pfand wird der Kaffee in dem Mehrwegbecher ausgeschenkt und der Kunde kann den Becher nach Gebrauch in eine der 14 teilnehmenden Bäckereien zurückgeben. Das Experiment fand großen Anklang und wird mittlerweile sogar auf das Umland ausgedehnt, so dass über 10.000 Becher im Umlauf sind. (Quelle: https://www.solinger-tageblatt.de/)

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Machen Kaffee und Coffein süchtig?

2 September 2016 in Faktenwissen, Gesundheit

Kaffeeirrtümer

Wir haben eine Vielzahl von Irrtümern rund um das Thema „Kaffee und Coffein“ gesammelt und möchten diese Irrtümer gerne ausführlichst widerlegen. Anfangs glaubten wir, ein Artikel würde hierfür reichen, aber die schiere Anzahl an Irrtümern hat uns bei den Recherchen regelrecht überwältigt.

Wir haben also beschlossen, für jeden „Kaffeeirrtum“ einen eigenen Artikel zu verfassen und anschließened eine Übersicht zu erstellen.

Hier also nun der erste Artikel zum Thema „Kaffeeirrtümer“.

Macht Kaffee süchtig?

Kaffeetasse mit Herz auf Holz

Macht der tägliche Genuss von Kaffee süchtig?

Um Kaffee oder besser gesagt dem Coffein im Kaffee ein Suchtpotential zuzusprechen, müssen wir uns zunächst dem Begriff „Sucht“ näher widmen, denn nur so kann ausreichend geklärt werden, ob Kaffee mit klassischen Drogen wie Marihuana, Crystal oder Kokain gleichgesetzt werden kann.

Anzeichen einer Sucht

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtanfragen (DHS) nennt mehrere Anzeichen oder Alarmsignale, die auf eine Sucht hindeuten können. Die Grenzen sind allerdings fließen, Jedes einzelne Anzeichen kann auf eine beginnende Sucht hindeuten, treffen drei oder mehr Anzeichen zu, liegt es nahe, von einer Suchterkrankung zu sprechen.

  1. Besteht der starke Wunsch, Kaffee zu konsumieren? Verspürt man ein nahezu unbezwingbares Verlangen, nach dem braunen Gebräu oder würde ein anderer Durstlöscher wie etwa Wasser oder Tee ebenso ausreichen? Ist etwa das Verlangen nach Kaffee so stark, das der Betroffene bereits starke, körperliche Auswirkungen verspürt?
  2. Ein zweites, eindeutiges Anzeichen für eine Sucht, ist der Kontrollverlust. So ist ein Alkoholkranker beispielsweise nicht in der Lage, seinen Alkoholkonsum zu kontrollieren. Ein Shoppingsüchtiger wird auch weiter einkaufen, selbst wenn seine finanziellen Mittel bereits erschöpft sind.
  3. Die Unfähigkeit, auf eine bestimmte Substanz zu verzichten, die sogenannte Abstinenzunfähigkeit ist ein weiteres Anzeichen für das Bestehen einer Suchterkrankung. Egal, wie stark die körperlichen und psychischen Einschränkungen durch die Sucht bereits sind, ein Süchtiger wird immer weitermachen, egal ob er bereits an einer Leberzirrhose oder einer zerbrochenen Familie leidet.
  4. Wenn eine Suchterkrankung besteht, werden immer höher Mengen der Substanz benötigt, um den gleichen Effekt zu erzielen. Der Körper bildet eine sogenannte Toleranz für die Droge.
  5. Will man die Droge absetzen, so reagiert der Körper darauf mit Entzugserscheinungen. Sie können von leichten Symptomen wie Schwitzen, Zittern und Frieren bis hin zu starken Schmerzen, Schlafstörungen und Halluzinationen reichen. Die Gier nach der Droge – Kaffee? – steigt ins Unermessliche, der Leidensdruck ist entsprechend hoch und ein Ausbruch aus der Suchtspirale ist nicht aus eigener Kraft zu schaffen.

Kurz gefasst sind dies die Alarmanzeichen, die die DHS für eine Sucht angibt. Treffen drei oder mehr dieser Punkte bei einer Person zu, spricht man erst von einer Sucht.

Macht Coffein uns abhängig?

Coffein ist zwar ein Anregungsmittel, aber um Aufputschmittel ähnliche Wirkungen zu erzielen, müsste man – laut einer Studie aus ScienceNOW von Astrid Nehlig – sieben Tassen infolge trinken. Ab dieser Coffeinmenge sind erst eine Zunahme der Aktivitäten in Gehirnbereichen für Fortbewegung, Stimmung und Schlaf messbar.

Selbst über das Absinken der sogenannten Toleranzgrenze lässt sich streiten. Einige Wissenschaftler plädieren ganz klar dafür, dass allein dieses Anzeichen für das Suchtpotential von Coffein spricht, aber dies wäre wiederum nur ein Merkmal und die DHS legt ganz eindeutig fest, dass mindestens drei Merkmale einer Suchterkrankung zutreffen sollten.

Coffein kann zwar als milde Droge angesehen werden, doch ihr Suchtpotential ist nicht so groß, als dass sich starke Kaffeekonsumenten als Drogenabhängige bezeichnen müssten, vielleicht mit einem kleinen Augenzwinkern, aber gewiss sind sie nicht auf die gleiche Stufe zu stellen wie Alkoholabhängige oder Rauchmittelsüchtige.

Kaffee kann zum notwendigen Muntermacher werden, aber wenn nur eines der Merkmale, die die DHS festgelegt hat, zutrifft, brauchen sich Betroffene noch keine Sorgen machen. Wer testen möchte, wie abhängig genau er vom morgendlichen Coffeinkick ist, der kann ganz ohne Probleme einen Selbstversuch starten, indem er ein paar Tage auf Kaffee verzichtet und stattdessen auf Tee umsteigt.

Quellen

http://www.drogen-aufklaerung.de/kaffee-macht-nicht-suechtig

https://www.sciencemag.org/news

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Gesund leben mit Säften aus dem Entsafter

26 Mai 2016 in Gesundheit

Der Sommer kommt mit riesen Schritten, von Tag zu Tag wird es wärmer und auch wir vom espresso-blogger sehen uns endlich nach Freibad-Wetter. Und je heißer es wird, desto weniger Lust haben wir auf frisch gebrühten Kaffee. Er wird zwar auch bei warmen Temperaturen bei uns bevorzugt als gekühlte Erfrischung getrunken, allerdings nicht mehr ganz so häufig, seit wir frisch gepressten Saft aus dem Entsafter für uns entdeckt haben.

Der ist gesund, hilft dabei, ein oder zwei von den täglich empfohlenen 5 Portionen Obst und Gemüse zu uns zu nehmen und macht außerdem richtig fit.

Gesundheit liegt voll im Trend, und selbst hergestellter Saft sowieso. Wer heute noch zu industriell hergestelltem Saft aus dem Tetrapack oder – wenn der Geldbeutel es erlaubt – von der Frischtheke greift, ist selbst schuld. Zum einen hat man keinen blassen Schimmer, was genau jetzt im Saft enthalten ist, die Frucht kannte man auch nicht beim Namen und sowieso – Plastik und Co. Sind nicht umweltfreundlich. Selbst Entsaften entspricht also zu 100% dem Zeitgeist!

Unser Team hat daher für euch ein paar Entsafter unter die Lupe genommen. In diesem Artikel möchten wir euch zunächst die vielen verschiedenen Möglichkeiten des Ensaftens vorstellen und welche sich davon für den Hausgebrauch, für Kinder, für Singles, für Großfamilien, usw. eignen.

Im Großen und Ganzen wird zwischen:

1. Zentrifugal – Entsafter und

2. Saftpressen

3. Dampf – Entsafter

unterschieden.

1. Zentrifugal- Entsafter

Das Pressgut (Obst und/ oder Gemüse) werden mit Hilfe einer Reibescheibe, die sich mit hoher Geschwindigkeit dreht, zerkleinert. Das zerkleinerte Pressgut wird gegen ein Sieb geschleudert und durch die Zentrifugalkraft herausgepresst. Der Trester sammelt sich im Sieb und muss von Hand geleert werden.

Je länger der Trester geschleudert wird, desto höher ist die Saftausbeute. Neuere Modell haben ein konisches Sieb und können den Trester selbstständig entleeren. Nachteil dieser automatischen Entleerung ist allerdings die geringere Saftausbeute.

Zentrifugal – Entsafter werden zumeist in der Gastronomie eingesetzt, da sie sehr schnell entsaften können.

2. Saftpressen

Acopino Delicato Whole Slow Juicer mit Schneckenpresstechnik gesund Entsafter

Der Name sagt es schon: die Saftpressen trennen per Druck den Saft vom Trester. Dabei unterscheidet man zwischen Zitruspressen speziell für Zitrusfrüchte und Saftpressen mit Schneckenpresstechnik.

2.1. Zitruspressen

Zitruspressen sind die einfachste Art der Saftpressen. Sie besitzen einen nach oben spitz zulaufenden balligen Kegel mit scharfen Kanten. Das Pressgut wird halbiert und mit der Schnittfläche per Hand auf dem Kegel ausgequetscht.

2.2 Saftpressen mit Schneckenpresstechnik

Die zentrale Schnecke bricht mit einer langsamen Drehbewegung Stück für Stück vom Pressgut ab und zieht es nach unten, wo es durch die Drehbewegung ausgepresst wird. Ein Sieb trennt Saft und Trester, wobei der Trester automatisch ausgeworfen wird. Die Qualität des Saftes ist besonders hoch, da durch die geringe Drehzahl der Schnecke kaum Sauerstoff, der zu Vitaminverlust führen kann, an den Saft gelangt.

3. Dampf – Entsafter

Dampf – Entsafter sind besonders für große Mengen an Obst und Gemüse geeignet, die zudem noch lange haltbar gemacht werden sollen. Der unterste Behälter des Entsafters wird mit Wasser gefüllt und auf dem Herd zum Kochen gebracht. Der heiße Dampf steigt im Entsafter nach oben und bringt die Früchte im Fruchtkorb zum platzen. Der Saft fließt heraus und wird im Auffangbehälter gesammelt. Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, kann der Auffangbehälter geöffnet werden und der Saft fließt ab.

Nachdem wir die drei generellen Arten der Entsaftung betrachtet haben, können wir auch Aussagen über die Qualität des gewonnenen Saftes treffen.

1. Sauerstoff bedeutet Vitaminverlust. Je weniger Sauerstoff an Obst und Saft kommt, desto gesünder ist der gewonnene Saft. Zentrifugal – Entsafter arbeiten mit der Drehbewegung, bringen also relativ viel Sauerstoff in den Saft ein.

2. Die während der Saftgewinnung entstehende Hitze ist ebenso verantwortlich für den Verlust an Vitaminen und Näherstoffen. Dampf – Entsafter machen den saft zwar haltbar, führen aber auch extrem viel Hitze zu, was zu einem enorm hohen Verlust von Vitaminen und Nährstoffen führt. Saftpressen entsaften durch langsame Drehbewegung, das Pressgut wird so gut wie nicht erhitzt und durch den geschlossenen Entsafterbehälter dringt wenig Sauerstoff an das Pressgut.

Saftpressen arbeiten zwar langsam, aber sie gehen am schonensten mit dem Pressgut um und erhalten besonders viele Vitamine und Nährstoffe. Der Acopino Delicato ist ein solch schonender Pressschnecken – Entsafter.

Welcher Entsafter eignet sich für wen?

Wie bereits anfangs erwähnt, eignen sich Zentrifugalentsafter für den Gastronomie, da sie in besonders kurzer Zeit eine hohe Menge an Saft erzeugen. Damit eignen sie sich für all diejenigen, die besonders viele Personen in sehr kurzer Zeit mit viel Saft versorgen wollen, also auch für Familien mit vielen Kindern, Gastronomiebetriebe und natürlich Saftbars.

Saftpressen arbeiten zwar langsamer, können aber mit einer besonders hohen Ausbeute an Saft punkten und erhalten eine hohe Menge an Vitaminen und Nährstoffen. Sie ziehen damit selbstverständlich das Interesse von Familien mit Kindern oder gesundheitsbewussten Menschen auf sich. Jeder, der also ein wenig mehr Zeit für seinen frisch gepressten Saft hat, sollte zur manuellen Saftpresse greifen.

Wer nur kleine Mengen an frisch gepressten Saft benötigt, für den eignen sich die klassischen Zitruspressen, beispielsweise für etwas Zitronensaft für den Kuchen oder die Heiße Zitrone während der Erkältungszeit. Alle benötigten Saftmengen, die darüber hinaus gehen, sind ungeeignet für die Zitruspresse.

Soll der Saft während der Erntezeit fürs ganze Jahr haltbar gemacht werden und lagerfähig sein, für den eignen sich wie zu Großmutters Zeiten die Dampf – Entsafter. Sie bewerkstelligen ohne viel Aufwand große Mengen an Obst und machen den Saft gleichzeitig haltbar. Allerdings sollte man dann auch über geeignete Langermöglichkeiten wie einen Keller verfügen. Denn Lichteinwirkungen und Hitze schaden auch diesem Saft und verkürzen erheblich die Haltbarkeit.

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Kaffeekonsum 2015

27 April 2016 in Faktenwissen

Trend hält an: 2015 steigt der Kaffeekonsum von Kapseln um 16 Prozent

Kaffeekonusm 2015Wir Deutschen lieben unseren Kaffee – und greifen immer öfter zu Kapselkaffee. Aber auch der beliebte Filterkaffee bleibt ungeschlagen mit einem Marktanteil von rund 64%.

Kaffeekonsum wächst um 1,1%

Der Deutsche Kaffeeverband hat im April 2016 die Zahlen für das vergangene Jahr 2015 herausgegeben. Kaffee ist und bleibt das beliebteste Heißgetrank der Deutschen. Der gesamte Kaffeemarkt konnte ein Wachstum von 1,1% verzeichnen. Die Deutschen trinken pro Jahr etwa 162 L pro Kopf.

Kaffeekonsum bei Kaffeekapseln

Deutlich ist dabei ein Anstieg des Konsums von Kapselkaffee um 16 Prozent. Der Trend geht hierbei zu einer „portionsgerechten Zubereitung“, so Holger Preibisch, Haupgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes. Er erläutert weiterhin als Grund für den besonders deutlichen Anstieg eine Zunahme der Anzahl an kleineren Haushalten sowie der Wunsch der Verbraucher, Lebensmittel unkompliziert in passenden Portionsgrößen zu konsumieren.

Kaffeekonsum bei Filterkaffee

Der klassische Filterkaffee bleibt aber dennoch das stärkste Segment. Zwar ist das Segment im Gegensatz zum Vorjahr um 3% auf 64 Prozentt geschrumpft, ist damit aber dennoch die größte Gruppe. Verbraucher greifen für die Herstellung von Filterkaffee immer häufiger zu ganzen Bohnen, die dann vor Ort frisch gemahlen werden. Dazu zählt auch die Verwendung in Kaffeevollautomaten und Siebträgermaschinen.

Kaffeekonsum bei zertifiziert nachhaltigem Kaffee

Nachhaltiger Kaffee wird ebenfalls immer populärer, der Marktanteil steigt auf rund 10%. Etwa jede 10. Tasse stammt aus zertifiziert nachhaltigem Anbau, so der Deutsche Kaffeeverband.

(Quelle: Deutscher Kaffeeverband e.V.)

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Espressomaschinen ohne Manometer?

16 Oktober 2015 in Espresso & Espressomaschinen

Lelit PL41 E - Espressomaschine ohne Manometer

Lelit PL41E – Classic Style ohne Manometer

Der Markt für Espressomaschinen ist seit einigen Jahren doch recht umfangreich geworden. Es gibt sie mittlerweile in jeder nur erdenklichen Ausführung. Von edlen Handhebelmaschinen bis hin zu günstigen Siebträger-Espressomaschinen, die vollkommen ohne technischen Schnickschnack wie Manometer oder irgendeine andere Art der Brühdruckkontrolle verfügen.

Der Vorteil dieser schmal ausgestatteten Espressomaschinen liegt deutlich auf der Hand: Sie liegen im unteren Preissegment, sind aber dennoch so gut ausgestattet, dass ein hervorangender Espresso möglich ist. Neben Messingboiler, der für die Temperaturstabilität ausschlaggebend ist, besitzen einige günstige Espressomaschinen ohne Manometer auch hochwertige Kupferrohre, externe Milchaufschäumer und Tassenwarmhalteflächen.

Der Anfänger sollte sich aber nicht vom Preis reizen lassen und nur deshalb zu einer günstigen Espressomaschine greifen, denn günstig ist nicht immer die richtige Wahl. Und „viel falsch machen“ kann man mit einer Espressomaschine ohne Manometer auch. Denn einen richtig guten Espresso zu kreieren ist eine vielschichtige Wissenschaft, es gibt viel zu beachten und man kann noch mehr falsch machen.

Zwar sorgt die Maschine und der Boiler aus Messing – wie bei der Lelit PL41E – selbst für eine einigermaßen gute Brühtemperatur im Kessel, aber das ist auch schon das Einzige. Denn nicht nur auf den Kesseldruck kommt es an, zu fast 99% liegt die Ursache beim Misslingen eines guten Espressos im Mahlgrad des Kaffeemehls. Neben der eigentlichen Espressomaschine, spielt die Mühle eine gleichwichtige – wenn nicht sogar DIE Rolle – bei der Herstellung eines guten Espressos.

Eine gute Kaffeemühle

Bei einer guten Kaffeemühle kann der Mahlgrad vom Bediener selbst festgelegt werden und mittels Rädchen justiert werden. Da die Espressomaschine selbst nichts vorgibt, liegt hier des Pudels Kern. Je feiner der Mahlgrad justiert werden kann, desto feiner das Kaffeemehl und desto besser kann das heiße Brühwasser durch die gemahlenen Kaffeebohnen „rinnen“ und den Espresso extrahieren.

So einfach dies auf den ersten Blick klingt, umso schwieriger ist es in der Realität, den perfekten Mahlgrad für sich zu finden. Es ist schon nötig, ein wenig mit den Einstellungen der teuren Mühle herumzuexperimentieren. Wohl kaum jemandem wird auf Anhieb der perfekte Espresso mit einer dicken Crema und einem köstlichen Aroma gelingen. In der Regel können bis zu 10 oder mehr Espressi nötig sein.

Hochwertige Kaffeebohnen vs. günstige Kaffeebohnen

Die Kaffeesorte steht ebenfalls im Mittelpunkt, was nützt die hochwertigste Mühle und die beste Espressomaschine, wenn an den Kaffeebohnen gespart wird und man zu Billig-Bohnen aus dem Supermarkt-Regal greift. Im Onlinehandel gibt es bei verschiedenen Anbietern eine Reihe von Probierpaketen, die – in 500g Packungen – aus verschiedensten Anbauregionen der Welt kleine Proben zusammengetragen haben. Dort findet man mit Sicherheit die Sorte, die einem wirklich schmeckt. Konstengünstig sind Espressobohnen auch im Supermarkt nicht, man sollte also gleich zu den richtigen Bohnen greifen, deren Herstellungsprozess mit einer Trommelröstung und einer besonders schonenen Verarbeitung beginnt. So kann man dann auch bei der Fehlersuche, warum der Espresso nicht gelingen will, die Bohnen schonmal ausschließen.

Die Wichtigkeit des Tampern

s-pressimo-tamper-nobile-wumu-58-mmEin weiterer wichtiger Punkt bei der Espresso-Herstellung ist das Tampern, das Andrücken des im Siebträger befindlichen Kaffeemehls mit einem Tamper, ein Stempel, der genau in den Siebträger passt. Das Andrücken wird unterschiedlich stark ausgeführt, sei es nun von ein und dem selben Benutzer oder von unterschiedlichen Benutzer. Aber in erster Linie sollte des Tampern lediglich ein sanftes „glattmachen“ des Kaffeemehles sein.

Die Brühtemperatur

coffee-802057_1920Espresso sollte bei einer Temperatur von 90-95° gebrüht werden. Diese Temperatur weißt das Brühwasser im Messingboiler auch meistens auf, allerdings verliert das Wasser zunehmend an Temperatur, sobald es den Boiler verlässt. Deshalb sind Kuperrohre, die besonders gut Wärme leiten, so enorm wichtig. Auch spielt die Zeit eine maßgebliche Rolle. Je länger das Wasser unterwegs ist, desto mehr Temperatur verliert es und bis es schließlich im Siebträger ankommt, sollte der Verlust nicht zu hoch sein. Kupferrohre und Messingboiler sorgen dafür, dass das Brühwasser eine hohe Temperatur behält.

Das Manometer

Bei einer technisch gut ausgestatteten Espressomaschine zeigt das Manometer den Brühdruck an, also genau den Druck, mit dem des Wasser durch die gemahlenen Kaffeebohnen gedrückt wird. Der optimale Druck liegt bei 9bar, so erstmal der Richtwert. Ob dem Kaffeetrinker der 9bar Espresso mit den Werkseinstellungen schmeckt und ob dieser Espresso die richtige Menge an Crema aufweißt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit

Schlussendlich landet der Espresso in der Espressotasse. Es darf aber nicht irgendeine x-beliebige kleine Tasse sein, nein, es muss sich um eine dickwandige, vorgewärmte, aus gut wärmeleitendem Material bestehende Tasse sein, sogenannte Espressotassen gibt es aus Porzellan oder Edelstahl.

Fassen wir kurz zusammen, auf was es bei der Espressoherstellung nun wirklich ankommt:

  • Die Mühle bildet neben der Siebträgerespressomaschine des Herzstück, der Mahlgrad muss stufenlos anpassbar sein, um auch die kleinste Veränderung im Mahlgrad herstellen zu können.
  • Die verwendeten Espressobohnen müssen hochwertig sein und sollten aus einer Trommelröstung stammen.
  • Die Espressomaschine sollte einen Messingboiler für Temperaturstabilität und natürlich Kupferrohre besitzen.
  • Das Manometer zeigt den Brühdruck, dieser lässt sich durch Veränderung des Mahlgrades der Kaffeebohnen stark beeinflussen.

Es gibt also allerhand zu beachten und Espresso herstellen ist mit Garantie nichts für Anfänger. Aber letztlich zeigt das Manometer nur den Brühdruck an, der durch Veränderung am Mahlgrad beeinflusst werden kann. Und das Ergebnis der Veränderung sieht man ja in der Espressotasse und merkt man am Geschmack.

Selbst Anfänger konnten mit Beachtung dieser Hinweise mit einer Espressomaschine ohne Manometer umgehen, dient das Manometer selbst ja nur als Orientierung. Aber es wird sehr schwer für den Anfänger, an den vielen Einstellungen der Mühle, des Kaffeemehles, des Tamperns herumzuexperimentieren, ohne wenigstens ein paar kleine Hilfen – wie das Manometer zu haben.

Der Profi kann getrost auf ein Manometer verzichten, kennt er sich ja doch mit den vielen Feinheiten der Espressoherstellung aus.